– Kann das griechische und das deutsche Element nebeneinander bestehen? Welche ist deine Beziehung zum deutschsprachigen Raum?

In einer einzigartigen Weise gelten die Deutschen als Erneuerer der antiken griechischen Kultur, da sie Tragödien und bereits vollkommene Werke philosophischen Inhalts neu beleben. Ihre Liebe und Hingabe an die antike griechische Kultur manifestiert sich durch das Lernen von Altgriechisch und den Besuch antiker griechischer Museen, ist offenbar und verbindet tatsächlich diese zwei Elemente miteinander. Darüber hinaus wäre der Amtsantritt von König Otto als Ausgangspunkt dieser inneren Verbindung in der Neuzeit festzulegen. Trotz der durch beiden Weltkriege entstandenen bedauerlichen Brüche scheint dieser Bund die griechisch-deutschen Beziehungen und Freundschaft begründet und nachhaltig fortgesetzt zu haben.

Persönlich verbindet mich mit dem deutschen Element nicht nur durch die deutsche Sprache, sondern auch meine Bewunderung für das deutsche Organisationsvermögen, diese Mischung von Avantgarde und Tradition, sowie ein 30tägiger Aufenthalt- als ich 13 Jahre alt war – bei meinem Onkel, der in der griechischen Botschaft in Berlin tätig war. Innerhalb eines Monats habe ich mich in die Hauptstadt des protestantischen Nordens verliebt, da mir Ihre Pracht bewusst wurde.

– Denkst du, aufgrund deines Fachwissens, dass die Völker, insbesondere die Jugendlichen, durch internationale Mobilitätsprogramme, wie z.B. Jugendaustausch oder die Teilnahme an Freiwilligenprogrammen (EVS), näher zueinander kommen? Hast du eine entsprechende Erfahrung?

Erasmus + ist die größte Chance und Gelegenheit für jeden jungen europäischen Studenten! Die Reise in ein fremdes Land, in eine ausländische Universität, das Zusammenleben mit anderen jungen Menschen in einem multikulturellen Umfeld, der Gebrauch von Fremdsprachen und das Leben in einem EU-Land für ein paar Tage ist eine einmalige Gelegenheit, die den Horizont aller jungen Menschen erweitert. Die Völker, insbesondere junge Menschen, knüpfen engeren Kontakt, verändern ihre Mentalität, fördern den Dialog und die kulturelle Interdependenz und verstärken somit das gesamte Projektziel.

Ich würde gern demnächst ein Erasmus+ Stipendium für einen Deutschland Aufenthalt bekommen, was leider noch nicht geklappt hat. Deutschland wäre wünschenswert, weil das disziplinierte deutsche Leben meiner Mentalität entgegenkommt. Andernfalls würde ich gern ein mir fremdes europäisches Land besuchen, um eine andere Kultur und ein anderes Volk kennenzulernen.

– Im Juni hast du am Europäischen Jugendtreffen in Straßburg teilgenommen. Wie war diese Erfahrung?

Letzten Juni hatte ich die Ehre, mit einer Gruppe von 20 jungen Menschen das griechische Büro des EU-Parlaments im Europäischen Jugend-Event-EYE 2018 zu vertreten. Im Rahmen dieser vom Europäischen Parlament organisierten Veranstaltung hatten 8.000 junge Menschen aus ganz Europa die Gelegenheit ein Jahr vor den bevorstehenden EU-Wahlen im Zentrum der europäischen Demokratie, sich auszutauschen, ihren Horizont zu erweitern, die durch die EU-Existenzkrise erschütterte europäische Idee zu unterstützen und ihre Stimmen, als junge EU-Bürger, zu erheben.

Dabei hatte ich das Glück, lokale politische Entscheidungsträger, Unternehmer, Studenten und junge Leute aus ganz Europa zu treffen und dabei viel zu lernen! Ich betrachte dies als eine unvergessliche Erfahrung, eine Gelegenheit, der neuen Generation Glauben zu schenken, welche der EU eine Zukunftsperspektive gewährt und bereit scheint, den Wechsel herbeizuführen. Diese Kulturinterdependenz war der Ansatz der Veranstaltung und der Anreiz unserer Koexistenz. Ich hoffe nochmals an einem derartigen Treffen teilnehmen zu können.

Interview: Stefanos Stagakis
Übersetzung: Maria Tsilimbari

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